Kappzaum: Feine Kommunikation für die Geraderichtung
Der Kappzaum ist aus der modernen und pferdegerechten Ausbildung nicht wegzudenken. Er ist das Mittel der Wahl, um junge Pferde schonend an die Arbeit heranzuführen, korrigierend an der Schiefe des Pferdes zu arbeiten oder Muskeln an der Longe aufzubauen. Durch die Einwirkung auf das Nasenbein werden die Hilfen klar übertragen, während der Ausbilder selbst entscheiden kann, ob er den Zaum gebisslos oder mit Trensengebiss einsetzen möchte.
Maximale Flexibilität durch Bithänger
Moderne Kappzäume sind extrem vielseitig. Für Pferde, die das Gebiss erst kennenlernen sollen, lassen sich über kleine Lederriemen (Bithänger) problemlos Gebisse einschnallen. Das Pferd trägt die Trense im Maul, der Zug der Longe oder des Führstricks erfolgt jedoch materialschonend über den mittleren Ring auf der Pferdenase. So wird vermieden, dass das Gebiss bei jungen, ungestümen Pferden schmerzhaft durch das Maul gezogen wird.
Der richtige Sitz auf dem Nasenrücken
Ein Kappzaum wirkt nur dann fein und präzise, wenn er nicht rutscht. Er muss wie ein maßgeschneiderter Schuh am Pferdekopf sitzen. Die Ringe auf der Nase müssen exakt in der Mitte liegen. Damit die Backenstücke bei seitlichem Zug nicht in Richtung der Augen wandern, ist ein gut positionierter, relativ fest zu verschließender Ganaschenriemen (Kehlriemen) absolut essenziell.
Häufig gestellte Fragen
Warum darf der Kappzaum nicht auf dem Knorpel liegen?
Das Nasenbein geht im unteren Bereich in flexiblen Knorpel über. Liegt das oft schwere Nasenteil des Kappzaums auf diesem weichen Bereich, kann es bei Zug die Atemwege abklemmen oder dem Pferd starke Schmerzen und Knochenhautentzündungen zufügen.
Worauf muss ich bei den drei Ringen achten?
Die drei Ringe auf dem Nasenriemen sollten beweglich (drehbar), aber fest verankert sein. Achte darauf, dass die Halterungen der Ringe keine scharfen Kanten haben oder nach innen auf das Nasenbein durchdrücken.
Aus welchem Material sollte ein Kappzaum bestehen?
Leder ist der absolute Favorit, da es sich durch die Körperwärme an den Kopf anpasst und langlebig ist. Für die Handarbeit gibt es auch leichte Nylon-Modelle, für stürmische Pferde empfehlen sich schwere Lederzäume mit dick unterlegtem Naseneisen.
Unverzichtbar für die Pferdeausbildung
Für eine gesunde Rückenmuskulatur muss das Pferd an der Longe in korrekter Biegung laufen. Dies lässt sich am besten mit einem hochwertigen Kappzaum erarbeiten. Der Ring auf der Mitte der Nase ermöglicht eine feine Innenstellung, ohne dass sich das Pferd im Genick verwirft.
Wähle aus stabilen Modellen mit anatomischen Ganaschenriemen und flexiblen Bithängern für die Trensengewöhnung. Mit einer weichen Polsterung am Nasenriemen garantierst du deinem Pferd den höchsten Komfort bei der täglichen Arbeit an der Longe, den Langzügeln oder beim Reiten.