Doppellonge: Zwei Leinen, mehr Gefühl
Irgendwann reicht das Kreisen an einer Leine nicht mehr. Mit der Doppellonge führst du eine zweite Leine außen um die Hinterhand. Damit begrenzt du dein Pferd von außen, wechselst die Hand fließend durch den Zirkel und kannst es ähnlich wie mit Zügeln stellen und biegen. Die Arbeit vom Boden wird dadurch abwechslungsreicher, das Pferd lernt sich auszubalancieren und baut Muskeln auf.
Die ersten Einheiten
Die Leine an den Hinterbeinen ist für viele Pferde zuerst fremd. Lass dein Pferd das Gefühl im Schritt kennenlernen, am besten mit jemandem, der vorne mitgeht. Erst wenn es entspannt bleibt, trabst du an. Grundlage ist ein Gurt mit seitlichen Ringen in passender Höhe. Zieh Handschuhe an und nimm die übrige Leine in Schlaufen auf. Für den Einstieg lohnt sich eine Einheit mit einer erfahrenen Trainerin.
Rollen und Material
Es gibt Leinen in verschiedenen Längen, mit oder ohne Rollen, dazu passende Ersatzrollen. Mit Umlenkrollen gleitet die Leine leichter durch die Ringe am Gurt, die Einwirkung wird feiner und die Ringe nutzen sich weniger ab. Das Material sollte weich in der Hand liegen und nicht zu schwer sein, damit es ruhig am Pferd anliegt. Etwas schwerer gearbeitete Enden erleichtern das Aufnehmen. Weil die äußere Leine um das ganze Pferd läuft, ist eine Doppellonge deutlich länger als eine einfache Longe.
Häufig gestellte Fragen
Was bringt die Doppellonge gegenüber der einfachen Longe?
Du kannst dein Pferd von beiden Seiten einrahmen und gezielter stellen und biegen. Handwechsel und Übergänge gelingen fließender. Für den Muskelaufbau und die Balance ist das eine wertvolle Ergänzung.
Kann ich mit der Doppellonge auch ausfahren wie mit Langzügeln?
Manche Reiter gehen mit zwei Leinen hinter dem Pferd, das ist aber eigentlich Langzügelarbeit. Dafür braucht es Übung und ein gut ausgebildetes Pferd. Beginne auf dem Zirkel, bevor du Neues ausprobierst.
Was mache ich, wenn sich die Leine verheddert?
Halte an und sortiere in Ruhe, statt weiterzutreiben. Oft liegt die äußere Leine zu tief oder zu locker. Mit etwas mehr Kontakt und der richtigen Höhe läuft sie sauber mit.
Abwechslung mit zwei Leinen
Wenn dir und deinem Pferd das einfache Longieren zu eintönig wird, ist die Doppellonge oft der nächste Schritt. Mit der zweiten Leine um die Hinterhand rahmst du dein Pferd von beiden Seiten ein, wechselst die Hand fließend durch den Zirkel und bereitest Übergänge vor, fast wie im Sattel. Das ist bei Jungpferden, beim Wiederaufbau nach einer Pause und als Abwechslung im Wochenplan wertvoll. Leinen mit Umlenkrollen laufen besonders leicht durch die Ringe am Gurt, und Ersatzrollen halten das System lange einsatzbereit. Wichtig sind ein gut sitzender Gurt mit seitlichen Ringen, Handschuhe und Geduld, bis dein Pferd die äußere Leine gelassen hinnimmt. Kurze, regelmäßige Einheiten bringen mehr als ein langer Trainingstag, weil beide die neuen Abläufe so ohne Stress lernen.