Pferdegebisse: Der Schlüssel zur weichen Anlehnung
Das Pferdegebiss ist weitaus mehr als nur ein Ausrüstungsgegenstand zum Lenken oder Bremsen. Es ist das sensible Kommunikationsmittel, über das der Reiter feine Signale an das Pferd sendet. Eine ruhige, konstante Anlehnung und ein vertrauensvolles Herantreten des Pferdes an die Hand können nur entstehen, wenn das Mundstück exakt an die Anatomie und die individuellen Bedürfnisse des Tieres angepasst ist.
Anatomie und Gebissstärke
Die Wahl der richtigen Gebissstärke ist essenziell für das Wohlbefinden. Früher galt oft der Irrglaube: "Je dicker, desto weicher". Heute weiß man jedoch, dass die Maulhöhle des Pferdes bei geschlossenem Kiefer nahezu vollständig von der Zunge ausgefüllt wird. Zu dicke Gebisse drücken unangenehm gegen den harten Gaumen. Daher werden heute häufig dünnere Modelle (14 mm bis 16 mm) empfohlen, die der Zunge genügend Raum lassen und die Kommunikation präzisieren.
Das richtige Material für mehr Kauaktivität
Neben der Form (z. B. einfach oder doppelt gebrochen, Stange) spielt das Material eine große Rolle. Ein trockenes Maul kann zu Reibung und Unbehagen führen. Kupferhaltige Legierungen werden im Maul warm und sondern durch Oxidation einen leicht süßlichen Geschmack ab. Das animiert das Pferd, das Gebiss besser anzunehmen, zu kauen und abzuschlucken – ein klares Zeichen für Entspannung im Kiefergelenk und Genick. Kunststoffgebisse sind eine weiche Alternative, erfordern jedoch von Natur aus eine gute Speichelbildung.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte man ein Gebiss erneuern?
Sobald das Material Verschleiß zeigt. Bei Edelstahlgebissen sind das meist ausgeschlagene Gelenke, bei Kunststoffgebissen Bissspuren, die scharfkantig werden können. Ein intaktes Gebiss kann viele Jahre genutzt werden.
Wie misst man die Weite richtig?
Die Weite wird immer im geraden Zustand von der Innenseite des einen Gebissrings zur Innenseite des anderen Rings gemessen. Nutze dafür am besten einen speziellen Gebissweitenmesser oder ein Maßband.
Darf ich verschiedene Metalle kombinieren?
Wenn du mit zwei Gebissen reitest (wie bei der Kandare), solltest du idealerweise für beide das gleiche Material wählen. Unterschiedliche Metalle können im feuchten Pferdemaul eine minimale Spannung erzeugen, die empfindliche Pferde stört.
Die ideale Lösung für jede Ausbildungsstufe
Jedes Pferdemaul ist anders, und so individuell wie dein Pferd sollte auch die Wahl des Gebisses sein. Für eine weiche und bewegliche Anlehnung in der Basisarbeit ist eine klassische Wassertrense ideal, während ein stabiles Olivenkopfgebiss oder ein D-Ring Gebiss Pferden mit unruhiger Anlehnung deutlich mehr seitlichen Halt bieten. Befindet sich das Pferd noch in der Remontenausbildung, sorgt eine lange Schenkeltrense für die absolute Stabilität und seitliche Einrahmung.
Sobald die Ausbildung Richtung Versammlung geht, unterstützen dich unsere anatomischen Kandaren und die dazu passenden Unterlegtrensen perfekt. Benötigst du in stürmischen Phasen im Parcours oder Gelände mehr Kontrolle, ist ein vielseitiges Pelham eine hervorragende Wahl. Für Tiere, die extrem fein auf der Zunge reagieren oder gebrochene Mundstücke verweigern, stellt ein sanftes Stangengebiss oft die Lösung dar. Komplettiere deine Ausrüstung mit wichtigem Gebisszubehör, das für den nötigen Schutz und Komfort sorgt.