Pelham: Zuverlässige Führung für temperamentvolle Pferde
Ein Pelham vereint die Vorteile von Wassertrense und Kandare in einem einzigen Gebiss. Durch die seitlichen Anzüge und die Verwendung einer Kinnkette bietet es dem Reiter eine effektive Hebelwirkung. Es wird gerne eingesetzt, wenn Pferde im Parcours, im Gelände oder bei Ausritten sehr stark werden und die normale Hilfengebung nicht mehr ausreicht, um sicher einwirken zu können.
Verschiedene Möglichkeiten der Verschnallung
Das Pelham ist so konstruiert, dass es sich an den jeweiligen Bedarf anpassen lässt. Wer die Hilfen sehr fein abstimmen möchte, reitet das Gebiss mit zwei Zügeln. Der Hauptzügel wirkt dabei weich auf das Mundstück, der zweite Zügel aktiviert bei Bedarf den Hebel. Für eine leichtere Handhabung greifen viele Reiter auf Pelham-Riemen zurück. Diese Verbindungsstücke zwischen den Ringen ermöglichen das Reiten mit nur einem Zügelpaar. Die Wirkung ist dadurch kontinuierlicher, aber weniger punktgenau dosierbar.
Die Wahl des richtigen Mundstücks
Pelhams sind in verschiedenen Varianten erhältlich, die sich unterschiedlich auf das Pferdemaul auswirken. Ein gebrochenes Pelham (einfach oder doppelt) bietet etwas mehr seitliche Flexibilität und wirkt stärker auf die Laden. Eine Pelham-Stange hingegen liegt sehr ruhig im Maul und nutzt die Zunge als gleichmäßiges Polster. Welche Variante besser ist, hängt davon ab, womit sich das Pferd beim Reiten wohler und entspannter fühlt.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Pelham ein Gebiss für Anfänger?
Nein, aufgrund der starken Hebelwirkung auf das Genick und den Unterkiefer erfordert ein Pelham eine zügelunabhängige und gefühlvolle Hand. Ein harter oder unruhiger Einsatz kann dem Pferd Schmerzen bereiten.
Warum verwendet man bei einem Pelham oft Gebissscheiben?
Da das Pelham oft bei Pferden genutzt wird, die eine starke seitliche Begrenzung brauchen, schützen Gebissscheiben aus Gummi die empfindlichen Maulwinkel vor Reibung oder Einklemmen, besonders bei Modellen mit gebrochenem Mundstück.
Wie straff muss die Kinnkette sitzen?
Die Kinnkette muss flach ausgedreht und so eingehakt werden, dass der Unterbaum des Pelhams bei Zügelzug nicht weiter als in einem Winkel von etwa 45 Grad zur Maulspalte kippen kann. So ist eine maulschonende und korrekte Wirkung gewährleistet.
Präzise Hebelgebisse für den Reitsport
Ein gut sitzendes Pelham bietet eine zuverlässige Möglichkeit, Pferde mit starkem Vorwärtsdrang geschmeidig und sicher zurückzunehmen. Es hilft dem Reiter, halbe Paraden effektiver durchzubringen, ohne dabei dauerhaft viel Kraft aufwenden zu müssen. Das sorgt für mehr Entspannung bei Pferd und Reiter.
Egal, ob du dich für ein gebrochenes Mundstück oder eine klassische Stange entscheidest – achte darauf, dass das Gebiss gut im Maul liegt und die Kinnkette immer korrekt verschnallt ist. So nutzt du die positiven Eigenschaften dieses Gebisses optimal für dein Training.