Zaumzeug und Gebisse: Für eine vertrauensvolle Anlehnung
Die Ausrüstung am Pferdekopf ist das feinste Instrument des Reiters. Nur wenn das Zaumzeug druckfrei anliegt und das Gebiss ruhig im Maul ruht, kann das Pferd die Zügelhilfen positiv annehmen und sich vertrauensvoll an die Hand herandehnen. Jedes Pferd hat eine individuelle Kopfanatomie – von der Breite der Stirn über die Höhe der Jochbeine bis hin zur Dicke der Zunge. Die Ausrüstung muss diesem Umstand Rechnung tragen.
Druckpunkte vermeiden
Ein moderner Zaum legt den Fokus auf Anatomie. Das Genick des Pferdes ist ein hochsensibler Bereich, in dem wichtige Nerven und Schleimbeutel verlaufen. Anatomisch geformte Genickstücke mit Ohrenausschnitt nehmen den Druck von dieser Region. Ebenso wichtig ist das Reithalfter: Es darf Nervenbahnen am Jochbein nicht abklemmen und muss so verschnallt sein, dass das Pferd jederzeit entspannt kauen und abschlucken kann. Ein Gebiss, das zu dick für den flachen Gaumenbogen ist, verursacht Schmerzen und führt zu einem offenen Maul oder Zungenfehlern.
Materialqualität und Pflege
Hochwertiges Rindsleder ist langlebig, reißfest und passt sich durch Körperwärme sanft der Kopfform an. Damit das so bleibt, muss das Zaumzeug regelmäßig gereinigt und gefettet werden. Bei den Gebissen setzen sich zunehmend wärmeleitende Kupferlegierungen oder extrem weiche Kunststoffe durch, die die Kauaktivität und Speichelbildung auf natürliche Weise anregen. Wasche das Gebiss nach jedem Ritt ab, um Verkrustungen zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Soll ich mein Pferd gebisslos reiten?
Gebisslose Zäumungen (wie Hackamore oder Sidepull) sind eine tolle Alternative für Pferde mit Zahnproblemen oder sehr empfindlichen Mäulern. Bedenke jedoch, dass gebisslose Zäume den Druck auf den Nasenrücken und das Genick umlenken. Auch hier ist eine feine Reiterhand absolute Voraussetzung.
Woran erkenne ich ein schlecht sitzendes Gebiss?
Wenn das Pferd ständig das Maul aufsperrt, die Zunge über das Gebiss legt, mit den Zähnen knirscht oder sich gegen die Reiterhand wehrt, ist das oft ein Zeichen für ein unpassendes (meist zu dickes oder zu langes) Gebiss oder Zahnprobleme.
Warum gibt es so viele verschiedene Stirnriemen?
Neben der Optik (Strass, geschwungen, V-Form) hat der Stirnriemen die wichtige Aufgabe, das Genickstück in Position zu halten. Ein U-förmiger Riemen nimmt beispielsweise Spannung vom Ohrenansatz und bietet breiten Pferdestirnen mehr Komfort.
Die ideale Ausrüstung für den sensiblen Pferdekopf
Damit dein Pferd zufrieden mitarbeitet, muss das Equipment am Kopf zu 100 % passen. Den Grundstein legst du mit einem anatomischen Trensenzaum oder, für die hohe Schule, einem edlen Kandarenzaum. Wer sein Pferd vom Boden aus gymnastizieren möchte, ist mit einem gut gepolsterten Kappzaum bestens beraten.
Das Herzstück der Zäumung bildet unsere Kategorie Gebisse & Zubehör, wo du für jedes Maul die richtige Lösung findest. Komplettiere deine Ausrüstung mit einem schonenden Reithalfter, einem schicken und ohrenbefreienden Stirnriemen und natürlich griffigen Zügel & Hilfszügel für die perfekte Anlehnung in jeder Situation.