Wildbergung: der lange Weg vom Anschuss zum Haken
Kaum jemand erzählt am Stammtisch davon, aber jeder Jäger kennt es: Das Stück liegt im Graben, der Hang ist steil, und der Weg zum Auto zieht sich. Wer die Bergung gut vorbereitet, spart Kraft und bringt das Wildbret schneller in die Kühle. Für jeden Abschnitt gibt es eigene Helfer, vom Zuggurt im Bestand bis zur Kupplung am Auto. So wird aus der Plackerei nach dem Schuss eine machbare Aufgabe.
Aufs Auto und an den Haken
Ein schwerer Hirsch oder eine starke Sau lässt sich kaum allein auf eine Ladefläche heben. Hier nimmt dir eine Seilwinde die Last ab, sie zieht das Stück auf den Anhänger oder in der Wildkammer an den Haken. Für die Fahrt nach Hause hat sich der Heckträger an der Anhängerkupplung bewährt: Der Kofferraum bleibt sauber, und die Luft streicht am Stück vorbei. Mit Plane oder Netz deckst du die Ladung ab.
Raus aus dem Bestand
Auf den ersten Metern zählt ein guter Griff. Mit einer Bergehilfe aus Gurt und Zuggriff ziehst du Reh, Gams oder Sau deutlich leichter über Wurzeln und Laub. Liegt Schnee oder ist der Boden matschig, gleitet die Wildwanne wie ein Schlitten, und die Decke bleibt sauber. Faltbare Modelle passen zusammengelegt in den Kofferraum, die robuste Forstwanne trägt zwischendurch auch Werkzeug oder Brennholz.
Häufig gestellte Fragen
Soll ich vor der Bergung aufbrechen?
Meist ja, denn ein aufgebrochenes Stück kühlt schneller aus und ist leichter. In unwegsamem Gelände kann es sinnvoll sein, das Stück erst an eine geeignete Stelle zu ziehen. Wichtig ist, dass zwischen Erlegen und Aufbrechen nicht zu viel Zeit vergeht.
Wie viele Leute braucht man für die Bergung eines Hirsches?
Zu zweit geht es mit Bergehilfe oft gut, allein wird es bei einem starken Hirsch schwer. Mit einer Seilwinde oder Wildwanne schaffst du kürzere Strecken auch ohne Hilfe. Plane den Weg vorher und nimm dir Zeit, damit du dich nicht verhebst.
Wie lagere ich Wild, wenn ich keine Kühlzelle habe?
Kurzfristig an einem kühlen, schattigen und fliegensicheren Ort mit Luftzug. Auf Dauer brauchst du eine Kühlung, damit das Stück bei höchstens 7 °C auskühlt. Viele Jäger nutzen dafür die Kühlzelle der Jagdgesellschaft oder eines Wildbrethändlers.
Vom Graben bis in die Kühlung
Ist die Fahrt nach Hause lang, trägt ein Heckträger an der Anhängerkupplung das Stück außerhalb des Innenraums, wo es gut auskühlt. Liegt Schnee oder ist der Boden aufgeweicht, rutscht eine Wildwanne wie ein Schlitten durchs Gelände, und die Decke bleibt sauber. Um schwere Hirsche oder Sauen auf den Hänger oder an den Haken zu bringen, nimmt dir eine Seilwinde das Heben ab. Und wenn es darum geht, das Stück aus dem Dickicht zu ziehen, passt die kleine Bergehilfe mit Gurt und Griff in jede Jackentasche. Gemeinsam ergeben diese Helfer eine Kette, mit der du Kraft sparst und gutes Wildbret heimbringst.