Klauenpflege beim Schaf: Gute Füße, gute Herde
Ein Schaf, das hinkt, frisst weniger, verliert an Kondition und bringt schwächere Lämmer. Darum gehört der Klauenschnitt zwei- bis dreimal im Jahr fix in deinen Arbeitsplan. Hier findest du alles dafür: kräftige Scheren für das Kürzen, feine Messer für die Detailarbeit am Tragrand und Mittel für die Nachsorge, die das Horn nach dem Schnitt fest und trocken halten.
Schere zum Kürzen, Messer zum Formen
Den Großteil erledigt die Klauenschere: Sie nimmt den überstehenden Tragrand rasch und ohne viel Kraft ab, selbst bei hartem Horn. Gute Scheren haben gehärtete Schneiden und einen Griff, der auch bei einer größeren Gruppe angenehm bleibt. Zum Nacharbeiten der Sohle, zum Ausräumen von Hohlräumen und zum Freilegen gereizter Stellen nimmst du das Klauenmesser. Mit einem links- und einem rechtsschneidenden Modell kommst du an beide Klauenhälften bequem heran. Für beide gilt: Schärf sie regelmäßig nach, denn stumpfe Klingen reißen das Horn, statt es zu schneiden, und du brauchst doppelt so lange.
Nachsorge und saubere Werkzeuge
Ob ein Schnitt lange vorhält, entscheidet die Zeit danach. Pflegemittel für die Klaue härten das Horn, wirken gegen Fäulnisbakterien und schützen offene Stellen vor Nässe und Schmutz. Ein Spray ist für einzelne Schafe schnell aufgetragen, ein Klauenbad lohnt sich, wenn die ganze Herde dran ist. Denk auch ans Werkzeug: Wasch und desinfizier Schere und Messer zwischen den Tieren, damit du Moderhinke nicht selbst von Schaf zu Schaf trägst. Den Rest erledigen trockene, saubere Liegeflächen im Stall.
Häufig gestellte Fragen
Wie halte ich ein Schaf für den Klauenschnitt am besten?
Am einfachsten holst du die Tiere einzeln aus einem engen Pferch. Setzt du das Schaf auf sein Hinterteil, kommst du bequem an alle vier Klauen.
Was mache ich bei Verdacht auf Moderhinke?
Trenn das betroffene Tier sofort von der Herde, schneid loses Horn weg und behandle die Klaue. Bei hartnäckigen Fällen holst du den Tierarzt dazu.
Kann ich zu viel wegschneiden?
Ja. Hör auf, sobald die Sohle eben ist. Schimmert das Horn rosa, ist die empfindliche Lederhaut nah, und das Tier würde danach lahmen.
Schneiden, formen, nachbehandeln
Die Klauen deiner Schafe brauchen nur ein paar feste Termine im Jahr, dann bleiben ihnen langwierige Probleme erspart. Mit einer kräftigen Klauenschere kürzt du den überstehenden Rand in einem Zug, auch wenn das Horn nach einem trockenen Sommer hart ist. An Sohle und Spalt arbeitest du mit dem Klauenmesser nach, bis die Fläche eben ist. Im Anschluss kommen Klauenpflegemittel zum Einsatz, die das Horn festigen und offene Stellen gegen Nässe und Keime abschirmen. Wasch das Werkzeug zwischen den Tieren und halte die Liegeflächen trocken. Dann laufen die Schafe frei und fressen ordentlich, auch in einem verregneten Herbst.