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Kälberaufzucht: Vom ersten Atemzug bis zur Gruppenbucht

Mitten in der Nacht liegt ein nasses Kalb im Stroh und schaut dich zum ersten Mal an. Ab da beginnt die spannendste Zeit im ganzen Stalljahr.

Kälberaufzucht: Wo die Herde von morgen heranwächst

Die Kälber von heute sind die Milchkühe und Mastrinder von übermorgen. Wie gut sie sich entwickeln, entscheidet sich zu einem großen Teil in den ersten Wochen. Die Biestmilch in den ersten Stunden, ein trockenes Lager ohne Zug und warme Milch zur richtigen Zeit machen viel aus. Hier bekommst du Ausrüstung für Abkalbung, Tränke und Unterbringung: von Geburtsstricken über Iglus und Nuckeleimer bis zur wärmenden Decke.

Wenn das Kalb kommt

Abkalbungen halten sich selten an die Uhr. Deshalb lohnt sich eine eigene Kiste, in der Stricke, Fesselriemen und die Geburtshilfe sauber und sofort griffbereit liegen. Gezogen wird nur mit den Wehen der Kuh, und wenn es nicht vorangeht, rufst du lieber früh den Tierarzt. Ist das Kalb da, hat die erste Milch Vorrang, je früher und reichlicher, desto besser. Kommt die Kuh selbst nicht mehr hoch, unterstützt ein Hebegeschirr. Frisches Stroh in der Abkalbebucht schützt Kuh und Kalb vor Keimen.

Die ersten Wochen im Stall

Kälber trinken am liebsten Milch, die so warm ist wie ihr eigener Körper. Für mehrere Tiere bringen Milcherwärmer und Wasserbäder die Tränke verlässlich auf Temperatur, Flasche und Nuckeleimer lassen das Kalb in Ruhe saugen. Anfangs steht jedes Kalb meist für sich in einer Box oder einem Iglu, später kommt es zu den anderen. Trockene Einstreu, frische Luft und keine Zugluft sind dabei das Wichtigste. In kalten Nächten oder nach einer Krankheit gibt eine Decke zusätzlichen Schutz. Wirkt ein Kalb matt, hustet es oder hat es Durchfall, holst du den Tierarzt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Biestmilch braucht ein neugeborenes Kalb?
Eine gängige Faustregel sind etwa drei bis vier Liter in den ersten Lebensstunden. Wie viel dein Kalb tatsächlich braucht, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.

Kann ein Kalbiglu im Winter draußen stehen?
Ja, viele Betriebe nutzen Iglus das ganze Jahr. Wichtig sind reichlich trockenes Stroh, eine windgeschützte Lage und die Öffnung weg von der Wetterseite.

Wann dürfen Kälber in die Gruppe?
Meist nach den ersten Lebenswochen, wenn sie gesund sind und gut trinken. Am leichtesten gelingt der Wechsel mit gleich alten Tieren.

Vom Neugeborenen bis zum Jungrind

Jede Phase hat ihre eigenen Helfer. Schon vor dem Kalben liegen die Geburtshelfer bereit. Damit sich die Kleinen nicht gegenseitig besaugen, gibt es Saugentwöhner. Ein trockenes erstes Zuhause bieten Kälberboxen, draußen sind Kälberhütten & Iglus beliebt. Ruhig getrunken wird mit Kälberflaschen & Tränken, die passende Wärme liefern Kälbermilcherwärmer. Für fordernde Tage gibt es Ergänzungsfutter & Elektrolyte, und wenn es draußen frostig wird, halten Kälberdecken warm.